Wie bei allen therapeutischen
Maßnahmen ist bei dem Heusack von Bedeutung, daß zwei unterschiedlich
temperierte Körper versuchen, ein Temperatur-Gleichgewicht zu finden.
Hier fließt, wie wir wissen, Wärme vom Ort der höheren
Temperatur zum Ort der niederen Temperatur. Dabei spielt der Temperaturunterschied
zwischen beiden Orten, der Wärmeleiter und der Querschnitt des Wärmeträgers,
eine Rolle.
Diese z.B. in der Kneippkur häufig verwendete Packungsart hat eine große
Tiefenwirkung, d.h. sie ruft noch in den tiefen Stellen des Organismus Wirkungen
hervor, wo entsprechende andere Auflagen keine oder sehr schwache Wirkung entfalten
können. Zu dieser Wärmewirkung kommt nun noch die des aus den Heublumen
austretenden Cumarins hinzu. Bei allen Versuchen wurden keine unerwünschten
Nebenwirkungen festgestellt.
Heusäcke können an fast allen Körperstellen angelegt werden.
Bei der Mayr-Kur empfiehlt es sich, an der rechten Seite, auf den letzten Rippenbogen
diesen Heusack anzulegen.
TECHNIK
Früher fertigte man einen der Körperstelle entsprechenden großen
Sack aus grobporigem, wasserdurchlässigem Leinen an. In diesen Sack füllte
man so viele Heublumen, dass diese etwa die Höhe von. vier bis fünf
Querpfingern erreichten. Heute werden von den pharmazeutischen Firmen schon
gebrauchsfertige Heusäcke hergestellt Diese werden in einem Wasserbad
(60'C-70'C) mit Dampf 15 - 20 Minuten durchströmt.
Jetzt wird der Heusack aus dem Wasserbad herausgenommen, kurz ausgepresst,
in ein Tuch gewickelt und zum Patienten gebracht. Wichtig ist, je weniger Flüssigkeit
der Heusack enthält, um so länger hält er warm. Die Anlegetemperatur
darf nicht heiß, sondern nur gut warm sein. Man legt nun den Heusack
vorsichtig auf die "Leber" , unterhalb des rechten Rippenbogens. Ein Moltontuch
wird straff über den Wickel am Körper gezogen und der Patient wird
zugedeckt. In dieser angenehmen Temperatur bleibt der Heusack nach ärztlicher
Vorschrift zwischen 45 - 60 Minuten angelegt.
WIRKUNGSWEISE
- eine direkte Gefäßeinwirkung als Folge der Themperaturerhöhung,
- eine Bildung örtlich gefäßaktiver Stoffe,
- von den Hautnervenendungen ausgehende lokale Reflexe,
- von den Wärme-, Kälterezeptoren ausgehende Reflexe zum
Gehirn und Rückenmark,
- durch eine Erhöhung der Bluttemperatur positive Beeinflußung
der vegetativen.Regulationszentren.
HEILANZEIGEN
Verbesserung des Stoffwechsels, Mehrdurchblutung in den segmental zugehörigen
Körperbezirken,(z.B. Leber - Galle, Magen, Darm ect.), entzündungshemmend,vegetative
Regulationsstörungen, Störungen der körpereigenen Wärmeregulation.
GEGENANZEIGEN
akute Entzündungen, Heuallergie, schwere Herz-Kreislaufstörungen,
bösartige Erkrankungen. |